Serie wurde im Jahr 2011 eingestellt - 1 Staffel, 6 Episoden

Erste TV-Ausstrahlung - USA: 21. Januar 2011

Beginn der Produktion: 2011
Mit Lucy Lawless, John Hannah, Dustin Clare

Originaltitel: Spartacus: Gods of the Arena
Produktionsland: USA. Genre: Monumentalfilm
Laufzeit pro Episode: ca. 52 Minuten

Bei Gods of the Arena handelt es sich um eine sechsteilige Miniserie, welche als Prequel zu Spartacus: Blood and Sand dient und den Aufstieg des Hauses Batiatus darstellt. Jenes Haus ist eine kleine Gladiatorenschule in der römischen Stadt Capua unter Quintus Lentulus Batiatus und seiner Frau Lucretia. Entsprechend der Handlungszeit und der Thematik der Gladiatoren geht es bei diesem Aufstieg recht blutig zu, vor allem, da in Capua der mächtige Tullius sein Geld eher in die Vettius-Gladiatorenschule gesteckt hat. Entsprechend reichlich Potential für verstrickte Intrigen und Auseinandersetzungen, ein Potential was aber verschenkt wurde.

Der Fokus der Serie liegt eindeutig auf dem oben beschriebenen Konflikt aus der Perspektive des Hauses Batiatus, entsprechend schnell und einfach erschließt sich das Figurengeflecht. Neben Quintus scheinen alle anderen Charaktere nur dazu da zu sein ihm als Unterstützer_innen oder Gegner_innen zu dienen, ohne dass er dadurch selbst mehr Profil gewinnt. Wirkliche Charakterentwicklungen mit einem Wandel der Positionierung gibt es nur eine. Ansonsten überraschen die Charaktere einzig durch ihr Ableben und manchmal nicht einmal durch dieses. Eigenständige Verwicklungen der Charaktere miteinander und somit Handelung fernab des Hauptkonflikts finden nur minimal statt.
Die zweiten Hauptcharaktere der Serie, die Gladiatoren, bleiben ebenso blass. Eigentlich sind sie nur zum Kämpfen und Sterben da, wonach sie auch im wesentlichen streben bzw. auf dem Ruhm, den es dabei zu erwerben gibt. Natürlich gibt es auch hier einige Konflikte, aber jene bestechen eher durch ihren klischeehaften Charakter anstatt durch Spannung. Entsprechend ihrer Aufgabe des Kämpfens als Gladiatoren sind auch die Schauspieler eher aufgrund ihres Körperbaus anstelle ihrer schauspielerischen Fähigkeiten erwählt.

Jenes Kämpfen bewegt sich dabei in Tradition von 300, sprich halbnackte muskulöse Männer prügeln sich mit altertümlichen Waffen miteinander. Auch nimmt der Platz, den diese Kämpfe in der Serie einnimmt, ähnliche Ausmaße an wie in 300; zugehörig der ständigen Zeitlupeneffekte und des literweise Verströmens von Kunst- oder computeranimierten Bluts. Natürlich darf es wenig verwundern, dass eine Serie über Gladiatoren im römischen Reich eben jene Gladiatorenkämpfe enthält. Aber weniger wäre mehr gewesen und so verkommen sie zu plumper Effekthascherei, eben jene Analogie, welche den Vergleich mit 300 aufdrängt.

Eine ähnliche Effekthascherei soll wohl durch die ständigen Sexszenen erreicht werden, wobei nach der Regel verfahren wird, dass sofern eine weibliche Darstellerin eine Sprechrolle innehat, sie auch bald nackt zu sehen sein wird. Dabei geht das Niveau dieser Szenen nicht über Mainstreampornographie hinaus, diese diente offensichtlich auch als Vorbild. Sex ist in Gods of the Arena Sport. Entsprechend wird Leidenschaft mit Leistung verwechselt, welche sich anhand der bekannten Anzahl der durchgenommenen Stellungen abzeichnet. Natürlich wird kein wirklicher Sex gezeigt und folglich sich auch nicht minutenlang mit einer Stellung aufgehalten. Jede Stellung wird in kurzen Szenen, welche aneinander gereiht werden, dargestellt, teilweise im Wechsel mit Gewaltszenen – eine Gegenüberstellung, welche durch das Fehlen von jedweder Erotik aber eher einer Gleichsetzung entspricht.
Bestätigt wird die Pornographie-Anlehnung auch durch die Vielzahl der Konstellationen, in der die Charaktere in der Serie Sex haben: zwei Frauen, ein Mann + zwei Frauen, eine Frau + zwei Männer bis hin zur Orgie ist alles vorhanden, selbst zwei Männer werden bei sexuellen Handlungen gezeigt – wobei diese sich maximal im Küssen erschöpfen bevor weggeblendet wird.

Mit Fortschreiten der Serie nimmt die Anzahl der Sexszenen zum Glück etwas ab und tatsächlich entwickelt sich fast so etwas wie eine komplexere Story, wodurch die Serie zumindest ein paar Wertungspunkte ergattern kann.
Entsprechend des modernen Serienprinzips sind die Episoden streng chronologisch; allerdings entgegen dieses Prinzips wird nicht auf eine Vielzahl von Charakteren mit unterschiedlichsten Relationen und Konflikten untereinander gesetzt. Durch das Fehlen jenes zweiten Aspekt des Soap-Prinzips bleibt Gods of Arena eindimensional und blass. Ein Eindruck, welcher durch die Sex- und Gewalt-Effekthascherei eher noch verstärkt denn gemindert wird.


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